Heiligenkreuz,
16.10.2010
"Psychotherapie und
Beichte"
Bei der Fachtagung des Instituts
"Religion
in Psychiatrie & Psychotherapie" präsentierten
renommierte Fachkräfte ihre Sichtweise zu psychischer Heilung und
seelischem Heil
Eine
dogmatische Einführung zur Beichte gab Prof.Dr.P.Karl Wallner,
Rektor des Mitorganisators, der Theol. FHS
Heiligenkreuz: der Kern der
christlichen Religion sei der Glaube, dass Gott von sich her die
Kluft zwischen Seiner Unendlichkeit und unserer Endlichkeit in
Seiner Menschwerdung überschritten habe. Auch die Kluft
zwischen Seiner Güte und unserer Sündhaftigkeit habe Er durch Seinen
Tod am Kreuz überbrückt.
Mit der Taufe nehmen wir Christi Opfer an und
werden durch sie von unseren und den Sünden unserer Vorfahren
gereinigt und geheiligt. Die Freiheit -auch zu
sündigen- ist geblieben. Aus dem Bedarf an der
Wieder-Gutmachung und -versöhnung entstand in den ersten
Jahrhunderten der Kirche die Beichtpraxis.
Auch wenn es seit damals immer wieder kurze
Zeitspannen gab, in welchen die Beichte als unmodern galt, "ist
sie bis heute nicht 'out', das sehen wir bei der Jugendvigil, wenn
vier Priester bis Mitternacht die Beichte hören müssen, weil so
viele Jugendliche diese Form der seelischen Hygiene nützen
wollen", so P.Wallner.
In seiner Begrüßungsrede wünschte sich der
Gastgeber, der Abt des Stiftes Heiligenkreuz Gregor Henckel
Donnersmarck, dass diese Tagung zur klaren Grenzziehung
und Aufgabenteilung zwischen Psychotherapie und Seelsorge, aber auch
zur Synergie der beiden, beitrage.
Er hält die Annäherung der Psychowissenschaften
und der Theologie für sehr wichtig. Denn nach dem Abgang
der marxistischen Ideologie gäbe es nur einen Geist, und das ist der
Sigmund Freuds, der diese säkulare Zeit entscheidend dominiere,
deren negative Ausschweifungen von absurden Psychoideen bis zur
Esoterik das Verständnis des Glaubens und der Kirche
unterspülten.
Um es nicht bei der Theorie zu belassen, boten
die Zisterzienser die Möglichkeit, beim "archetypischen"
Mönch P.Reynald zur
Beichte zu gehen, was nicht wenige der über 300 Tagungsteilnehmer
auch in Anspruch nahmen.
Die Beiträge der renommierten Referenten können
Sie auf kath.tube anhören:
-
"Was ist
Psychotherapie?", Univ.-Prof. Dr. med. Dipl.-Psych.
MICHAEL LINDEN (Vita, Vortrag)
-
"Was ist die
Beichte?", Msgr. Dr. iur. LEO M. MAASBURG, MA (Vita, Vortrag)
-
"Wen schickt der Beichtvater
zum Psychiater?", Prof. P. Dr. theol. BERNHARD VO?ICKY
OCist (Vita, Vortrag)
-
"Psychologie der
Beichte", Univ.-Doz. Dr. med. Dr. scient. RAPHAEL M.
BONELLI (Vita, Vortrag)
-
"Nur im Absoluten gibt es
Absolution. Zur Unterscheidung von Psychotherapie und
Seelsorge", Univ.-Prof. Dr. phil. Dr. theol. hc.
HANNA BARBARA GERL-FALKOVITZ (Vita, Vortrag)